30 Jahre Joachim Graf im Stadtrat
Seit 1996 ist Joachim Graf im Stadtrat. Zum Abschied blickt er zurück
1. Aus schwarzem Hause: „Nie mehr Politik!“
Sein Elternhaus war konservativ und er trat der JU bei. Er war Befürworter der Atomkraftnutzung – bis er an der TU München studierte und erkannte, dass er entscheidende Positionen der CSU als Naturwissenschaftler nicht mittragen konnte. 1972 trat er folglich aus der JU aus mit dem Vorsatz: „Nie mehr Politik!“
2. Plötzlich in der ÖDP
Bei den Vorbereitungen für Biologie-Leistungskurses kaufte er 1980 das Buch „Ein Planet wird geplündert“ von Herbert Gruhl - damals noch CDU- MdB. Es wurde zu einem wichtigen Bestandteil seiner Vorbereitungen für den Unterricht. Über einen Kollegen am Goethe-Gymnasium lernte er dessen Vater Heinz Lamby, Forstdirektor in Donaustauf und Großvater von Astrid Lamby kennen, der ihn zu einem Treffen mit Herbert Gruhl einlud – unverhofft der Beginn seiner Arbeit in der ÖDP. (Ein Enkel von Herbert Gruhl war Jahre später Kollegiat in einem seiner letzten Bio-Leistungskurse!) Zuerst war er unter Heinz Lamby stellvertretender Vorsitzender des ÖDP-Bezirksverbandes Oberpfalz und Regensburger Kreisvorsitzender. Weitere Parteiämter waren: Mitglied im Bayerischen Landesvorstand, Bundespressesprecher, Landespressesprecher und Vorsitzender der Landesschiedsgerichts der ÖDP. Hierbei gelang es ihm früh, „rechte“ Einflussversuche zurück zu weisen.
3. Dreißig Jahre Stadtrat in Regensburg – fünf Jahre im Bezirkstag der Oberpfalz
1996 gelang ihm der Einzug in den Regensburger Stadtrat, wo er die ersten sechs Jahre Erfahrungen als Einzelkämpfer unter OB Schaidinger gewann – „eine gute Schule“, wie er meinte. 2002 konnte er Prof. Dr. Eberhard Dünninger, ehem. Generaldirektor der Bayerischen Bibliotheken, als Mitkämpfer im Stadtrat gewinnen, was die Wahrnehmung der ÖDP in der Öffentlichkeit deutlich hob (,auch wenn einige Parteimitglieder dafür wenig Verständnis aufbringen konnten). 2008 errang die ÖDP mit Eva Schmid Fraktionsstatus, das erleichterte die Arbeit wesentlich. Später nahm Benedikt Suttner deren Platz ein. Seit 2014 arbeitet das Team mit Astrid Lamby und Benedikt Suttner im Vorstand und Hannes Eberhardt als Fraktionsassistent sehr erfolgreich zusammen. Von 2013 bis 2018 war Joachim Graf für ÖDP im Bezirkstag und arbeitete im Kulturausschuss und im Verwaltungsrat der medbo mit, was ihm wertvolle Erfahrung auch für die Arbeit im Stadtrat brachte.
4. „Firma übergeben“
Für die Zukunft sieht Graf die ÖDP-Fraktion gut aufgestellt. „Für mich ist die ÖDP im Stadtrat so etwas wie eine Firma, die ich von Anfang an aufgebaut habe und die ich jetzt beruhigt den „Nachfolgern“ anvertrauen kann, die schon längst routiniert dabei sind!“ Bei der Stadtratswahl am 8. März kandidiert Graf nur noch auf dem aussichtslosen Platz 49: „Ich denke, ich kann so zur Unterstützung für die künftige ÖDP-Fraktion noch einige Stimmen beitragen.“
