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"Placebo statt echte Aktivität"

Lärmschutz: Stadt vergibt Chancen durch weitgehende Tatenlosigkeit

Quelle: pixabay.com

Lamby und Suttner: „Placebo statt echte Aktivität, wenn es um die Eindämmung von Lärmquellen in unserer Stadt geht!“

Regensburg. „Wir begrüßen, dass an einigen Stellen eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h geprüft wird. Doch dass tagsüber nur an einer einzigen Stelle das Tempo gedrosselt werden soll, obwohl die Voraussetzungen dafür durch prognostizierte Lärmreduktion an mehreren Orten im Stadtgebiet gegeben wären, enttäuscht mächtig“, so Benedikt Suttner, der die Ökologisch-Demokratische Partei im zuständigen Planungsausschuss vertritt.

Seine Kollegin im Fraktionsvorsitz Astrid Lamby, verweist auf den Hauptgrund, weshalb der aktive Lärmschutz durch Tempo-30-Reduktion in Regensburg so selten genutzt wird: „Im Gutachten steht ja schwarz auf weiß, dass man für Lärmschutzmaßnahmen den Kfz-Verkehrsfluss nicht wesentlich beeinträchtigen will. Diese Aussage ist zwar ehrlich, die Zögerlichkeit bringt uns aber nicht weiter, sondern verdeutlicht immer mehr die Notwendigkeit, endlich im gesamten Verkehrssystem umzudenken und den Autoverkehr zurückzudrängen. Wer das nicht will, wird auch beim Thema Lärmschutz keine spürbaren Erfolge vorweisen können!“

Benedikt Suttner: „Die Stadt hat zwar erkannt, dass eine Reduzierung der 4-streifigen Fahrbahnen mit Umorganisation des Straßenraumes ein wirksamer Schritt wäre. Deshalb werden auch sechs Straßen für eine solche Maßnahme grundsätzlich empfohlen. Doch gleichzeitig versieht man jede davon mit dem Vermerk ‚perspektivische Maßnahmenoption, die aktuell nicht weiterverfolgt wird‘. Ich kann daraus leider nur als Schluss ziehen: Placebo statt echte Aktivität, wenn es um die Eindämmung von Lärmquellen in unserer Stadt geht!“

Als Beispiel für vertane Chancen sieht die ÖDP-Fraktion die Prüfeninger Straße. Einerseits werden hier Radfahrstreifen für mehr Sicherheit errichtet. Andererseits stellt die Stadt genau deshalb Tempo 30 an dieser Stelle zurück obwohl die Richtwerte der Lärmschutzrichtlinie voraussichtlich ganztags überschritten werden. „An einem Schulweg-Hotspot verzichtet man als Stadt einfach so auf ein wirksames Mittel für mehr Lärmschutz mit dem Begleitprofit der erhöhten Sicherheit von Schulkindern und Radlern. Was soll man dazu noch sagen?“. Zu den angemahnten Punkten stellt die ÖDP-Fraktion heute Änderungsanträge im zuständigen Planungsausschuss.