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Kommentar zur Tiny House - Entscheidung

Wohnungspolitik der grauen Koalition: Mobile Tiny Houses NEIN, freistehende Einfamilienhäuser mit Garage vor der Tür JA!
 

Was ist charmanter, als die Idee, ungenutzte Flächen in einer Stadt, in der Wohnraum extrem knapp und teuer ist, vorübergehend zum Wohnen zu nutzen? Tiny Houses können temporär hier oder dort aufgestellt werden, (versiegelte) Brachflächen für die Stadtgesellschaft nutzbar machen und ins aktive Stadtleben integrieren. Das könnte sogar Stadtteile aufwerten und  Raum für eine völlig neue Wohnform schaffen. Ganz bewusst haben wir als ÖDP-Fraktion unseren Prüfantrag zu Tiny-Houses in Regensburg sehr offen formuliert. So bliebe der Verwaltung Handlungsspielraum um für Regensburg passende Lösungen zu finden. Astrid Lamby hat unsere Strategie im TVA-Beitrag, der in der letzten Woche ausgestrahlt wurde, optimal beschrieben.

Wir wollen, dass die Verwaltung beim Thema Wohnraum breiter denkt und neue Ideen Raum gibt.

Doch was in der Planungsausschusssitzung am Dienstag ablief erinnert wie so oft an „Wenn es nicht von der richtigen Partei kommt, lehnen wir es ab!“. Denn obwohl Benedikt Suttner die Antragsbegründung der Münchener SPD-Stadtratsfraktion aus ihrem fast identischen Antrag vom November
2020 zitierte (hier der Münchener Antrag) machte die SPD durch die Oberbürgermeisterin ebenso wie durch den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Klaus Rappert von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sie unseren Antrag ablehnen werden.

Ja, man werde jeden Antrag für Tiny Houses offen prüfen, so unisono die Aussage der Oberbürgermeisterin ebenso wie der Planungsreferentin Christine Schimpfermann. Doch das Prüfen  geeigneter Flächen sei nicht Aufgabe der Stadt, die Arbeitskraft brauche man für Wichtigeres.

All die Gründe, die für eine Prüfung von Tiny-House-Möglichkeiten für Zwischennutzungen, temporäre Wohnungen, Brachflächen usw. sprechen, zählte Benedikt Suttner auf. Auch führte er aus, dass die Häuser oft mit nachhaltigen Materialien aus der Region (insbesondere Holz) errichtet werden, meist kaum Flächen versiegelt werden, die Wohnformen auch für Genossenschaften, Studierende oder Pflegekräfte interessant wären… doch in der Diskussion kamen nur oberflächliche Entgegnungen der Oberbürgermeisterin und der Planungsreferentin.

Schließlich stimmten die Grünen und die Linke unserem Antrag zu, ohne sich allerdings zuvor an der Debatte zu beteiligen.

Hier noch der Beitrag von TVA zur Entscheidung.

Summa summarum handelt es sich um eine vertane Chance für mehr nachhaltige Kreativität auf dem Regensburger Wohnungsmarkt!

Vor allem, wenn in derselben Sitzung ein neues Baugebiet in Gallingkofen Ost gegen unsere Stimme auf den Weg gebracht wurde, in dem im Jahr 2021 noch großzügige freistehende Einfamilienhäuser mit Einzel-Garage vor der Haustür geplant sind samt teurer Ringerschließung für den Erschließungsverkehr zu den Garagen, Car-Ports und Tiefgaragen. Unseren Vorschlag, dass man die Autos in einer zentralen Quartiersgarage unterbringe, wurde als weltfremd abgehandelt. Manchmal könnte man verzweifeln…, doch wir machen weiter!

Autor/in:
Benedikt Suttner