Antrag: Änderung der Gestaltungssatzung

Dach in der Freiherr-von-Stein-Straße Regensburg, Quelle: Wikipedia

Solaranlagen in der Ganghofersiedlung sollen genehmigt werden können

BESCHLUSSVORSCHLAG

Die Gestaltungssatzung für die Ganghofersiedlung in der Fassung vom 05.10.2004 (Beschluss vom 28.10.2004) wird so verändert, dass die Installation von Solaranlagen unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Wichtig ist dabei, dass die Module den gestalterischen Gesamteindruck nicht stören und unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten vertretbar sind.

Die Satzungsänderung betrifft

§4 Bauliche Gestaltung der Erweiterungsbauten für den Haustyp 1,

Absatz 2 Gauben, Dachflächenfenster, Dacheinschnitte und zusätzliche Dachaufbauten

„Lichtkuppeln und Solaranlagen mit flach aufgeständerten Modulen sind zulässig. […] Weitere Dachaufbauten sind nicht zulässig.“

BEGRÜNDUNG

In der Ganghofersiedlung wurden in der Vergangenheit mehrfach Anträge auf die Genehmigung der Installation von PV-Anlagen gestellt. Diese wurden bisher immer unter dem Aspekt der Denkmalpflege und der Nichtvereinbarkeit mit der Satzung abgelehnt.

Nun haben sich zwischenzeitlich sowohl die denkmalpflegerische Beurteilung  bezüglich Solaranlagen[1] als auch die Bedeutung des Ausbaus regenerativer, regional erzeugter Energien verändert.

Im „Leitbild Energie und Klima“ vom März 2017 kommt der Förderung von PV-Anlagen ein besonderer Stellenwert zu.

Inzwischen ist die Gruppe von interessierten Bewohnern auf etwa 40 angewachsen. Eine generelle Ablehnung ist derzeit (aufgrund der bisherigen Praxis) üblich. Die bisherigen Rahmenbedingungen bezüglich der Satzung und die Gleichbehandlung der Antragsteller waren hier wegweisend. In Zeiten, in denen die Gesellschaft den Klimawandel als drängendes Problem erkannt hat, ist dieses Vorgehen allerdings für die Bürger unverständlich geworden. Eine Veränderung der Rahmenbedingungen in Form einer Satzungsänderung kann hier Klarheit schaffen. Der Verwaltung wäre so die Möglichkeit gegeben, ab sofort Anträge anders zu beurteilen und Änderung der Gestaltungssatzung Ganghofersiedlung zu genehmigen.

In der Broschüre Solarenergie und Denkmalpflege des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege vom November 2012[2] gibt es Hinweise und Beispiele, wie PV-Module an Baudenkmälern angebracht werden können, so dass sie optisch nicht stören. Diese könnten als Richtlinie zur Beurteilung herangezogen werden.

Die Verwaltung könnte unter den veränderten Rahmenbedingungen ab sofort vorliegende Anträge erneut prüfen und ggf. positiv bescheiden.

 


[1] Die Beratungsrichtlinie 01/2012 des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege vom 22. März 2012 (Zitat: II. Solaranlagen, 2. Denkmalverträglichkeit von Solaranlagen, dort g): Zu denkmalverträglichen Lösungen kann die Anbringung auf untergeordneten Nebengebäuden oder an nicht einsehbaren Stellen führen.

[2] Broschüre: Solarenergie und Denkmalpflege (November 2012), Herausgeber: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, 80539 München www.blfd.bayern.de/medien/solarenergie_und_denkmalpflege.pdf

Der nächste logische Schritt: Sonne statt Atom, Gas und Kohle

"Die ideale Kombination aus ökologischer Verantwortung und ökonomischer Vernunft und eine WIN-WIN-SITUATION für alle!"

Regensburg. Mit einem Antrag im kommenden Umweltausschuss geht die Fraktion der Ökologisch-Demokratischen-Partei den nächsten Schritt im Rahmen der Regensburger Energiewende. Sie möchte die Nutzung städtischer Gebäude und Liegenschaften für die Stromerzeugung. ÖDP- Fraktionsvorsitzender Benedikt Suttner begrüßt ausdrücklich die Einführung des städtischen Solardachpotenzialkatasters. Damit können sich Interessierte schnell informieren, welches Potenzial das eigene Hausdach hätte.

„Für viele städtische Gebäude wie beispielsweise Ämter und Schulen ist im Kataster eindeutig eine gute bis sogar sehr gute Eignung zu erkennen“, so Suttner. „Wenn wir dieses Potenzial nutzen, ist das nur der nächste logische Schritt in Richtung Stromeinsparung und Eigennutzung.“

Die stellvertretende Vorsitzende der ÖDP-Fraktion Astrid Lamby erinnert an das vor kurzem beschlossene Energieleitbild, welches bekannterweise die verstärkte Nutzung regenerativer Energien vorsieht. „Die Stadt hat hier Vorbildfunktion. Von den regenerativen Energien bietet die solare Nutzung auf städtischen Gebäuden die große Chance. Darin liegt der effektivste Weg, die Eigenerzeugung zu forcieren“, führt sie weiter aus.

Die Investitionen böten auch ökonomische Vorteile, denn Amortisationszeiten zwischen acht und zehn Jahren sind „nun wirklich keine lange Zeit, wenn man die Lebensdauer der Anlagen bedenkt, die bei derzeit ca. 20 Jahren liegt“, ergänzt Stadtrat Joachim Graf. „Wir brauchen auch einen konkreten Zeitplan. Derzeit wird niemand darüber informiert, was wie in welcher Form wann geplant ist.“

Die ÖDP-Fraktion möchte dabei auch städtische Tochterunternehmen wie die Stadtbau mit ins Boot holen. Sie mögen zusammen mit der Stadtverwaltung ein Konzept mit dem Ziel erarbeiten, dass Mieter von der im Bundeskabinett beschlossenen Förderung des Mieterstroms optimal profitieren können. Das Mieterstrommodell sei insbesondere für große Wohnhäuser attraktiv, und so auch gerade für die Stadtbau. Alle könnten davon profitieren, plädiert Benedikt Suttner. Mieter würden etwa zehn Prozent ihrer Stromkosten sparen und gleichzeitig für den Ausbau erneuerbarer Energien sorgen. „Wir dürfen diese Masse an Vorteilen nicht ignorieren und verfallen lassen, das wäre zu schade und zum Schaden aller!“

In Bonn werden die Anlagen seit den 90er Jahren auf Schulen kontinuierlich erweitert. Dort war Prämisse, dass Bau und Unterhalt von PV-Anlagen durch die Einnahmen mindestens gedeckt werden sollten. Kurz darauf wurden dort bis Ende 2007 auf städtischen Dächern 44 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 396 Kilowatt installiert. Auch in Heidelberg und Stuttgart gelten die Anlagen als Erfolg. Die Stadt Worms hat alle Bürger angeschrieben, deren Dach sich für PV-Anlagen eignen würde. Das dort sogenannte 1.000-Dächer-Programm wurde vor kurzem mit dem eintausendsten Dach komplettiert. Wie in Regensburg hat auch Worms ein solches Solarkataster, mit dem Unterschied, dass man dort an die Bewohner herantrat und nicht umgekehrt. „Viele Städte machen es uns vor, auf was warten wir noch?“, sind sich die drei Stadträte der ÖDP in Regensburg einig: „Nutzen wir diese Win-Win-Möglichkeit!“

Freiherr-von-Stein-Straße

Informieren Sie sich hier und erfahren Sie Ihr Stromeinsparpotential im neuen Solarpotenzialkataster der Stadt Regensburg

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