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Gastbeitrag: "Weder klug noch vorausschauend"

Nie war die Zeit besser als jetzt, gemeinsam eine Zukunft zu bauen, die wirklich Zukunft hat.

Der Kommentar ist erschienen in der Mittelbayerischen Zeitung vom 30.04.2020

"Ja, es stimmt: Die Corona-Krise verlangt uns viel ab. Schließung der Schulen, Reduzieren des öffentlichen Lebens. Doch weil es Wissenschaftler raten, setzt es die Politik durch. Wo kämen wir da auch hin, wenn sich die Politik nicht an die Ratschläge der Wissenschaft halten würde! Also handelt sie in der Not klug und vorausschauend. Gut so! Bei der Klimakrise jedoch, die um Dimensionen folgenschwerer sein wird, handeln dieselben Politiker – diesmal gegen den Rat von über 99% aller Experten – leider weder klug noch vorausschauend: Obwohl Wissenschaftler immer intensiver auf eine sehr schnelle und umfassende Energiewende drängen, scheren sie sich darum kaum: Seit 2012 haben alle Bundesregierungen den Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt für Schritt erschwert, indem sie Einspeisevergütungen ab- und Bürokratie-Hemmnisse aufgebaut haben. Die Energiewende ist fast zum Erliegen gekommen.
Ja, es stimmt: Die Corona-Krise beschwört eine Wirtschaftskrise herauf, die mehrere Branchen zeitweilig massiv unter Druck setzt. Die Klimakatastrophe allerdings wird nicht nur ganze Wirtschaftszweige dauerhaft vernichten, sondern in vielen Weltregionen das Leben schlicht unmöglich machen. Es geht also sogar um die Existenz der menschlichen Zivilisation selbst.
Ja, es stimmt: Die Corona-Krise ist die größte Herausforderung für Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Klimakatastrophe hingegen ist die größte Herausforderung für die gesamte Menschheit, seit es Menschen gibt. Sie wird nicht zwei Jahre dauern, nicht zehn oder hundert, sondern nach menschlichem Ermessen buchstäblich bis in alle Ewigkeit. Von unserem Handeln in den wenigen nächsten Jahren – und vor allem von dem unserer Politikerinnen und Politiker – hängt das Wohl und Wehe aller künftigen Generationen ab.
Was bleibt? Die Hoffnung, dass die Politik, die gerade Handlungsfähigkeit beweist und Vertrauen bei der Bevölkerung zurückgewinnt, sich jetzt gemeinsam mit den Menschen im Land auf eine nachhaltige Lösung besinnt: Die Gelder für den Wiederaufbau der eingebrochenen Wirtschaft dürfen nicht in Kohleverstromung, Verbrennungsmotor und Massentierhaltung fließen, sondern nur in die neuen, sauberen, klimafreundlichen Alternativen. Nie war die Zeit besser als jetzt, gemeinsam eine Zukunft zu bauen, die wirklich Zukunft hat."


Wolfgang Feiner ist langjähriges ÖDP-Mitglied, Sprecher der Greenpeace-Gruppe Regensburg und Mitgründer des Solarbündnis Regensburg

Quelle: flickr.com


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