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Rückkehr des Denkmals für Bischof Johann Michael Sailer auf den Emmeramsplatz

2009

Kulturpolitik

Der Antrag wurde am 04. Dezember 2009 von Dr. Dünninger gestellt.


Rückkehr des Denkmals für Bischof Johann Michael von Sailer auf den Emmeramsplatz in Regensburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

bitte legen Sie folgenden Antrag den zuständigen Ausschüssen des Stadtrates zur Entscheidung vor:

Antrag

Das Denkmal für Bischof Johann Michael von Sailer wird im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten wieder an seinen ursprünglichen und historisch begründeten Standort, den Emmeramsplatz aufgestellt. Die Verwaltung wird beauftragt, diesem Ziel dienliche Planungen einzuleiten und entsprechende Verhandlungen zu führen.

Begründung

Das Denkmal für Bischof Johann Michael von Sailer als einen der bedeutendsten Bischöfe Regensburgs (Erzbischof Buchberger 1951:“Bischof Sailer ein Heiliger an der Zeitenwende“) ist auf der Grundlage von Wünschen aus Regensburg König Ludwig I. zu verdanken.
Das Denkmal wurde im Zweiten Weltkrieg von den nationalsozialistischen Machthabern zur zerstörerischen Verwendung für Kriegszwecke nach Hamburg verbracht und ist nur durch einen Zufall bis zu seiner Wiederentdeckung erhalten geblieben. Diese Wiederentdeckung ist dem damaligen Museumsdirektor Dr. Walter Boll zu verdanken.

Nach der Rückkehr war eine Wiederaufstellung auf dem Emmeramsplatz wegen der noch nicht beseitigten Umnutzung dieses Platzes für einen Löschteich nicht möglich, doch wurde die Aufstellung in der Parkanlage nördlich des Hauptbahnhofs immer nur als Provisorium empfunden und wegen der Nachbarschaft zu dem bereits Jahrzehnte früher dort aufgestellten, ebenfalls von den Nationalsozialisten von seinem ursprünglichen Standort auf dem Domplatz entfernten Denkmal für König Ludwig I. trotz aller Kritik hingenommen.

Die für das Jahr 2010 vorgesehene Rückführung des Denkmals für König Ludwig I. sollte Anlass sein, auch die Rückkehr des Denkmals für Bischof Johann Michael Sailer auf den Emmeramsplatz anzustreben. Eine solche Absicht oder zumindest Absichtserklärung würde nicht nur als eine Absage an das geschichtsfeindliche Unverständnis der Nationalsozialisten für die Tradition Regensburgs bedeuten, sondern durchaus auch einen Beitrag zur Erinnerung der Wiedervereinigung Regensburgs mit Bayern im Jahr 1810 leisten. Die erneute Aufstellung des Sailer-Denkmals auf dem Emmeramsplatz eröffnet einen Weg zur notwendigen Neugestaltung dieses historisch bedeutungsvollen, von denkmalgeschützten Gebäuden umgebenen Platzes als Teil der Regensburger Stadtarchitektur. Seine gegenwärtige ausschließliche Nutzung als Parkplatz in der Nachbarschaft zweier Parkhäuser entspricht nicht seinem stadtgeschichtlichen Rang.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dünninger
ÖDP-Fraktionsvorsitzender