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Nachhaltige Parkplatzgestaltung

Baulich nachhaltige Gestaltung für alle Bauherren verbindlich vorschreiben

Quelle: www.archdaily.com

Aktuell: Dem Antrag wurde vom gesamten Planungsausschuss zugestimmt.

ANTRAG

BESCHLUSSVORSCHLAG

Die Verwaltung prüft Möglichkeiten, eine nachhaltige bauliche Gestaltung von Parkplatzflächen für öffentliche und private Parkplätze für alle Bauherren verbindlich vorzuschreiben.

Anschließend macht die Verwaltung dem Stadtrat einen Vorschlag, welche inhaltlichen Punkte in welche Satzungen (z.B. Freiflächengestaltungssatzung) oder Bebauungspläne etc. Eingang finden können. Dabei werden nach Möglichkeit die untenstehenden Punkte inhaltlich berücksichtigt.

BEGRÜNDUNG

Im Sinne der Klimaresilienz und im Sinne der Nachhaltigkeit sind Versickerung (Grundwasser-nachbildung) und Verdunstung durch Pflanzen (Abkühlung der Umgebungstemperatur um bis zu 3 °C) wichtige Parameter. Parkplätze versiegeln derzeit große Flächen im öffentlichen Raum, die dafür dann nicht mehr zur Verfügung stehen.

Auch auf längere Sicht werden immer wieder Parkplätze neu geschaffen oder umgestaltet werden. Obwohl es unser Ziel ist, den MIV im innerstädtischen Raum auf ein Mindestmaß zu reduzieren, werden weiter Parkflächen gebraucht werden – mindestens als Park&Ride-Parkplätze am Stadtrand.

Daher sollten bei der Herstellung von nicht überbauten Parkflächen zwei Aspekte oberste Priorität haben: maximale Versickerung und Verdunstung durch einen hohen Anteil an Bäumen und Sträuchern. Bäume reduzieren die Rückstrahlung und nutzen das Regenwasser unmittelbar vor Ort.

Wichtig ist bei der Gestaltung ein geringer Oberflächenabfluss, d.h. eine geringe Versiegelung der Fläche.

Positive Nebeneffekte stellen der erhöhte Lärmschutz, die Verbesserung des Landschaftsbildes durch Bäume und Sträucher, und die verbesserte NOx-Resorption bei offenporigen Beläge dar.

Umsetzen lassen sich diese Vorgaben mit einer Kombination von Maßnahmen:

  • Poröse, wasserdurchlässige Betonsteine, Fugenversickerung oder Hybridsysteme
  • Sickerfugen mit ungebundener Tragschicht bei hohem Fugenanteil
  • Möglichst breite begrünte oder gesplittete Fugen
  • Pflaster mit Rasenfuge (Rasenfuge ist besser als Splittfuge, da die Fuge belebt ist und auch weniger Rückstrahlung entsteht)
  • Unbefestigte Vegetationsmulden mit Stauden, Ableitung durch belebte Bodenschicht (reinigt) und pumpende Gehölze[1]

Weitere Verbesserungen erzielt man

  • für die Umgebungstemperatur mit hellen Betonsteinen
  • für die Nachhaltigkeit mit Betonsteinen aus Recyclingbeton, die auch wasserdurchlässig erhältlich sind.

Bei der Verwendung von Naturstein gilt es im Sinne der fairen Beschaffung auf die Herkunft bzw. die Regionalität zu achten. Für Menschen mit Behinderung sollten begehbare Belagssteifen angelegt werden, alternativ könnten die Parkplätze für Menschen mit Behinderung komplett gepflastert werden.

Überbaute Parkflächen sollten mit Gründächern und/oder PV-Anlagen der Nachhaltigkeit gerecht werden. Parkplätze können auch als Ganzes als leichte Mulde/Vertiefung angelegt werden um bei Starkregenereignissen als Rückhaltefläche zu dienen.


[1] Entwässerung der Parkplätze in bepflanzte Mulden zwischen den Parkplätzen: bei einer Parkplatzlänge von 4,30 m wird eine 0,70 m Regenwassermulde angelegt – in der Mulde stehen Bäume und darin wird das Regenwasser gesammelt und versickert oder das Wasser wird über Sickerleitungen in ein übergeordnetes Entwässerungselement (Rigolen oder auch Kanal) abgeführt