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Mittelalterliche jüdische Grabsteine

2008

Kulturpolitik

Dieser Antrag wurde vom Fraktionsvorsitzenden der ÖDP-Stadtratsfraktion Dr. Eberhard Dünninger am 10. Dezember 2008 gestellt und in der Sitzung des Kulturausschusses am 03.02.2009 zurückgezogen.

Mittlerweile sind die Verkehrszeichen verändert angebracht worden.

http://srv19.regensburg.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=17385&options=4

Mittelalterliche jüdische Grabsteine in Regensburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

bitte legen Sie nachstehenden Antrag den zuständigen Gremien des Stadtrats zur Beratung und Beschlussfassung vor.

Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Sicherung und Erhaltung der im Stadtgebiet von Regensburg noch erhaltenen mittelalterlichen jüdischen Grabsteine, die an das Pogrom von 1519 und die Zerstörung des Friedhofs der jüdischen Gemeinde erinnern, zu erarbeiten und vorzulegen.

Begründung:

Von den Tausenden von mittelalterlichen Grabsteinen des 1519 zerstörten jüdischen Friedhofs sind in der Stadt Regensburg selbst, aber auch im Umland nur noch wenige Grabsteine oder Reste erhalten und überwiegend auch öffentlich zugänglich. Der teilweise schlechte Erhaltungszustand, lässt es geboten erscheinen, für die konservatorische Erhaltung und Sicherung dieser Grabsteine durch die Stadt Regensburg Sorge zu tragen. Dies sollte unabhängig von den möglicherweise unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen an den verschiedenen Standorten der Grabsteine geschehen. Solche Maßnahmen würden nicht nur der Denkmalpflege dienen, sondern auch eine wenigstens symbolische Wiedergutmachung des Vorgangs von 1519 darstellen. Als sachkundiger Berater könnte vielleicht Herr Dr. Andreas Angerstorfer (Universität Regensburg), der beim kürzlichen Herbstsymposion zu diesem Thema eindrucksvoll referiert hat, gewonnen werden.

In die Überlegungen zu dem erbetenen Konzept könnten auch zu korrigierende Verunstaltungen im Umfeld jüdischer Grabsteine einbezogen werden. Dies gilt vor allem für den Platz „Am Judenstein“, dessen Situation gegenwärtig in einer fotografischen Kunstausstellung im Deutschen Bundestag präsentiert wird. Auch das zu dieser Ausstellung der amerikanischen Fotografin Susan Hiller vom Deutschen Bundestag veröffentlichte beiliegende Faltblatt zeigt diesen Grabstein in einer unwürdigen Umgebung, die Regensburg keine Ehre macht und mit der Präsentation einer Welterbestadt , zu der auch die über 1000-jährige Tradition der jüdischen Gemeinde gehört, nicht vereinbar ist. Es darf nicht der Eindruck bestehen bleiben, dass Verkehrsregelungen und Verkehrszeichen für Autofahrer mehr gelten als Respekt vor Toten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Eberhard Dünninger
ödp-Fraktionsvorsitzender
im Regensburger Stadtrat