23.01.2015

ÖDP-Fraktion fordert Wirtschaftlichkeitsprüfung zum RKK

Fraktionsvorsitzender Benedikt Suttner

Benedikt Suttner: „Braucht diese Stadt neben dem Schlachthof wirklich ein zweites RKK?“ 

Regensburg. Wieder wird es keine Wirtschaftlichkeitsprüfung zu einem Kultur- und Kongresszentrum geben. Die Mehrheit des Planungsausschusses lehnte einen entsprechenden Antrag der ÖDP-Fraktion am 20.01.15 zum wiederholten Mal ab. Der Antragsteller und ÖDP-Fraktionsvorsitzende Benedikt Suttner meint hierzu: „Ab 2017 verfügt Regensburg mit dem Tagungs- und Veranstaltungszentrum im Schlachthof über ein attraktives Angebot für Kongresse mittlerer Größe. Dort gibt es nicht nur einen Saal mit 750 Sitzplätzen, sondern auch unmittelbar angeschlossen Seminarräume und Ausstellungsflächen. Zudem kommt in unmittelbarer Nähe bald ein attraktiver Saal für 1000 Personen im Museum der bayerischen Geschichte hinzu. Wir fragen deshalb: Braucht Regensburg ein zweites RKK am Ernst- Reuter-Platz, das in direkter Konkurrenz zum Schlachthof steht und dessen jährliche Verluste ebenso von der Stadt ausgeglichen werden müssen?“

Sicher, die vorliegenden Planungen verheißen auf den ersten Blick eine deutliche Verbesserung gegenüber der letzten vorgestellten Baumassenstudie. Naturräume werden erhalten, der Bereich des jüdischen Friedhofs von der Bebauung ausgespart und mehr Raum für die Realisierung des zentralen Omnibusbahnhofs wird geschaffen. Doch die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist essentiell. Wir können uns nach dem Stadion kein zweites großes Defizitprojekt leisten. Uns geht es als ÖDP auch stets um die Lebenszykluskosten und hierfür ist eine Kosten-Nutzen-Analyse auf der Grundlage von belastbaren Zahlen notwendig.

In unseren Augen brauchen Kulturschaffende und Kreative kein RKK mit einem sterilen Kongresssaal, sondern flexible Handlungsräume in verschiedenen Stadtteilen, in denen Ideen verwirklicht werden können. Diese Ansätze wollen wir stärken und dafür auch die notwendigen finanziellen Handlungsmöglichkeiten erhalten statt uns durch langfristige RKK-Verträge auf Jahre hinweg an millionenschwere Zuschussverpflichtungen zu binden. Zumal es im RKK keinen Konzertsaal, wie von vielen ursprünglich gehofft, geben wird. Die städtische Planungsreferentin Frau Schimpfermann spricht von einem Multifunktionssaal, bei dem man Abstriche bei der Akustik hinnehmen muss.