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Eine "Eierlegende Wollmilchsau"

Wie eine Politik der Verschleierung jeden Bürger seinen eigenen RKK-Traum träumen lässt

Regensburg. Das Bürgerbegehren gegen ein Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) auf dem Kepler-Areal ist nun beschlossene Sache. Doch die Vorstellungen davon, was eigentlich an diesem Standort verhindert werden soll, sind in der Bevölkerung mehr als vage. Benedikt Suttner, ÖDP-Fraktionsvorsitzender erklärt dazu: „Durch die große Zahl an Bürgerbeteiligungs-Veranstaltungen ist seitens der Stadt der Eindruck entstanden, ein RKK könnte alle Bedürfnisse unter einen Hut bringen.“ In der Tat: manche RKK-Befürworter wünschen sich einen großen Saal für Rockkonzerte, andere einen feinen Konzertsaal mit hervorragender Akustik, wieder andere ein Kongresszentrum maximaler Größe. Sollte das RKK kommen, wird nicht nur eine dieser Gruppen enttäuscht sein. Was ein Konzertsaal mit wirklich sehr guter Akustik kostet, ist vom Bau der Elbphilharmonie bekannt. „Da kann die Stadt eine Überraschung erleben, die ohne hochkarätige Sponsoren nicht so spaßig ausfallen könnte. Wenn keine wesentliche akustische Verbesserung zum Audimax zu erwarten ist: warum dann aber ein Konzertsaal? Und wäre es ein schöner und guter Konzertsaal: wer bitte könnte darin guten Gewissens ein Rockkonzert mit 200 Menschen veranstalten? Auch ein gediegener Kongressbereich würde sich für diese Nutzung kaum anbieten“, meint Joachim Graf von der ÖDP-Fraktion. Viele Bürger hegen noch einen ganz anderen Traum: den eines offenen Begegnungszentrums für Bürger – eine Idee aus dem Beteiligungsprozess. Dies aber kann mit und ohne RKK verwirklicht werden, denn diese Nutzung war zunächst nicht unter dem Begriff RKK subsumiert. Sie ließe sich mit verschiedenen Möglichen Nutzungen des Kepler-Areals kombinieren, ein RKK wäre von der Konzeption her dafür sicher nicht die beste Variante. Die „Stellungnahme des Stadtrates“, ein in der Ferienausschusssitzung beschlossenes Papier, suggeriert, dass  eine Ablehnung eines RKK auch eine Ablehnung aller anderen Planungen wäre. ÖDP-Stadträtin Astrid Lamby meint dazu: „Außerdem entsteht der Eindruck, der gesamte Stadtrat dächte so, wie es in dem Papier formuliert ist. Dabei hat knapp die Hälfte der Stadträte, nämlich die ÖDP-Fraktion, die Linke und die CSU, dagegen votiert. Gegen eine Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes, gegen einen zentral organisierten ÖPNV mit Stadtbahn, gegen eine Entlastung des Areals vom Autoverkehr und viel Grün am Stadteingang werden sich wohl kaum Stimmen erheben. Sollen sie auch nicht, denn das scheint allen Beteiligten zwingend erforderlich. Aber danach fragt auch der Bürgerentscheid nicht. Die Erwartungen der Bürger werden genährt von halbgaren Informationen. Die Bürger wollen eine eierlegende Wollmilchsau. Die werden sie nicht bekommen können und am Ende wird es viele enttäuschte Gesichter geben. Und ein RKK, das so keiner gewollt hat.“

Quelle: kein-rkk.de

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